Confed-Cup: Italien wie eine alte Dame
22. Juni 2009| Tweet |
Weder der ehemalige Weltfußballer des Jahres, Cannavaro, noch der vor kurzem noch Bundesliga-Torschützenkönig gewesene Luca Toni konnten das frühe Ausscheiden der Italiener verhindern. Darf eigentlich eine jede Mannschaft mal gegen Brasilien das schlechtere Ende für sich haben: Eingeleitet wurde das Ausscheiden mit einer mehr als blamablen 0:1-Niederlage gegen Ägypten.
Wenn dann selbst Weltmeistertrainer Lippi in der dem Ausscheiden folgenden Pressekonferenz die Contenance verliert, und auf Nachfragen, warum er nicht mehr junge Spieler einsetze, nur zurückbafft: “Junge Spieler, junge Spieler!” – dann ahnt man, wie es um das Nervenkostüms des Trainers, aber auch der gesamten Mannschaft bestellt sein muss.
Nur mangelnde Fitness oder mehr dahinter?
Nicht in Form und nicht fit sei man gewesen, klagten unisono Luca Toni und seine Teamkameraden. Um in der Weltspitze mitspielen zu können, müsse man eben wieder arbeiten, arbeiten und noch mal arbeiten, um sich wieder in die Form wie bei der WM zu bringen.
Torwart Gianluigi Buffon sieht die Gründe allerdings in einer etwas breiteren Malaise als nur allein in mangelnder Fitness. Auch die heimische Liga sei nicht konkurrenzfähig, was sich unter Anderem darin zeige, dass kein italienisches Team das Viertelfinale der Champions League erreicht habe. Mehr als nur ein zufälliges Ausschlagen des Schicksals nach unten will Buffon darin ausgemacht haben. Ein Fingerzeig sei es dafür, dass der gesamte italienische Fußball auf dem Weg nach unten sei.
Im Fußball leben Totgesagte meistens ziemlich lange
Wer die Italiener gerade angesichts der Leistungen der Brasilianer und der Spanier, die mit ihrem 15. Länderspielsieg in Folge einen weiteren, neuen Weltrekord aufstellten, zu diesem Zeitpunkt für die WM schon abschreiben will, sollte allerdings gewarnt sein. Zu oft haben die Totgesagten, gerade im Fußball, noch am längsten gelebt. So kam die italienische Mannschaft bei der WM 1982 aus einem handfesten Wettskandal zum Turnier in Spanien, um am Ende zu triumphieren und mit Paolo Rossi auch noch in einem solchen Mann den Torschützenkönig zu stellen, der zuvor wegen des Wettskandals gesperrt war. Auch 2006 hatten nicht unbedingt alle Fachleute die Italiener auf dem Zettel.
Es hat noch nie einer Mannschaft gut getan, vor der Zeit in Form zu sein und diese dann, wenn es drauf ankommt, verloren zu haben. In den seltensten Fällen gewannen die hoch gehandelten Teams schließlich die Pokale und Turniere, in denen sie als absolute Favoriten angetreten waren. Zu durchlässig ist der Fußball für den Faktor Zufall, weshalb auch noch nicht klar sein sollte, dass Spanien gegen Brasilien die Finalpaarung dieses doch illustren Turniers in Südafrika lauten wird. Bislang ein gelungener Probelauf für das schließliche Weltmeisterschafts-Turnier am Kap, im Winter 2010 – sieht man von den Vuvuzelas ab.
photo credit: Playadura*
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Schlagworte: Ägypten, Brasilien, Confed-Cup 2009, Fabio Cannavaro, Gianluigi Buffon, Italien, Luca Toni, Marcello Lippi, Paolo Rossi, Serie A, Spanien, Wettskandal, WM 1982




