Confed-Cup: Die erste Überraschung ist perfekt
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Confed-Cup: Die erste Überraschung ist perfekt

19. Juni 2009

Ausreichend Taxen, aber keine ortskundigen Fahrer

Ausreichend Taxen, aber keine ortskundigen Fahrer

Die zweite gleich auch, aber eins nach dem anderen. Am gestrigen Abend schlug selbst für jene, die der italienischen Mannschaft eine Krise nachsagten, überraschend Ägypten den amtierenden Weltmeister mit 1:0. Dabei sind zwei Erscheinungen bemerkenswert: dass nämlich die schon in ihrer Partie zuvor nur knapp mit 3:4 den Brasilianern unterlegenen Ägypter immer wieder für starke Leistungen verantwortlich zeichnen – doch nur dann, wenn sie auf ihrem heimischen Kontinent antreten. Geht es außerhalb Afrikas auf den Platz, scheinen die guten Leistungen wie weggewischt. Und auf der anderen Seite ist irgendetwas faul im (Fußball-)Staate Italien. Schon bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz wussten die Italiener nicht zu überzeugen. Auch nach der Rückkehr von Weltmeistertrainer Lippi sind die Leistungen noch nicht wieder gerade gerückt. Auch wenn ein Ausrutscher bei einem relativ unbedeutenden Turnier selbst den Besten mal passieren kann: Diese Ausrutscher haben bei den Italienern in den letzten Monaten Tradition. Und auch die einst so mächtige Serie A verliert immer mehr an Einfluss in Europa. Sinnbildich der Verkauf des letzten Weltstars Kaká vom AC Mailand zu Real Madrid. Noch hat Italien es in eigener Hand, das Halbfinale des Confed-Cups zu erreichen, doch dem entgegen steht das immer noch starke Brasilien, während Ägypten ein Sieg gegen die zur Zeit eher schwachen US-Boys reicht, um Italien auszuschalten und selbst ins Halbfinale einzuziehen.

Plötzlich doch Freikarten beim Confed-Cup

Die zweite Überraschung ist, dass die FIFA nun doch umfällt und zumindest für die Gruppenspiele Freikarten an interessierte Menschen in Südafrika verteilen wird, welche sich den Eintritt auf normalem Wege nicht leisten können oder wollen. “Nur” 7 Euro beträgt umgerechnet der niedrigste Preis für ein Gruppenspiel. Bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 448 US-Dollar klingt das nicht ganz so schrecklich viel, schließlich zahlen hierzulande auch viel Interessierte bei relativ geringem Einkommen mal auch mal 50 Euro oder mehr für eine Eintrittskarte. Dennoch sind die Verhältnisse wie schon an anderer Stelle erwähnt nicht zu vergleichen, da die Schere zwischen Reich und Arm in Südafrika viel weiter auseinanderklafft als hierzulande. Der Durchschnittswert ist somit eine schlechte Maßzahl, wenn man nichts von der Varianz dieses Wertes weiß. Und überhaupt liegt Südafrika mit diesem Wert gerade mal auf Platz 77 eines Vergleiches der Länder aller Welt, noch hinter Staaten wie Botswana, Libanon oder Gabun.

Einzig die höchst interessante Partie zwischen Italien und Brasilien ist von der gönnerhaften Vergabe der Freikarten ausgenommen, für diesen Vergleich gibt es wohl auch keine Absatzprobleme. Die mehrfachen Weltmeister – Brasilien 5x und Italien 4x – haben nichts an Zugkraft verloren, auch wenn die Italiener sportlich nicht auf ihrem Zenit stehen. Eine Frage, die sich bezüglich Brasiliens zwar bislang ebenso wenig beantworten lässt, hier fehlen aber auch die Situationen, in denen Brasilien Gegnern auf Augenhöhe begegnet und demgemäß bewertet werden kann.

Transport-Probleme bleiben keine Überraschung

Keine Überraschung hingegen stellt die Nachricht dar, dass es weiterhin Transportprobleme in Südafrika gibt – und das, obwohl die Spiele eben nicht alle ausverkauft sind. Erstaunliche Phänomene ereignen sich in Johannesburg. So wird von “orientierungslosen Fahrern” berichtet, etwas, was man sich in Mitteleuropa nur mit viel Phantasie vorstellen kann, sofern die Fahrer Einheimische sind. Sicher liegt auch hier einer der Gründe für die ständigen Probleme: Das große oder zumindest nicht kleine Geld witternd machten sich viele Fahrer aus naheliegenden Regionen auf in die Confed-Cup-Austragungsstädte, um dann an so einfachen Fragen wie der richtigen Richtung auf dem Weg zum gewünschten Ziel zu scheitern.

Jermaine Crag, Sprecher des Nationalen Organisationskommitee, sprach verblümt davon, dass es bei der Anreise keine Probleme gegeben habe – bei der Abreise hingegen schon. Als Reaktion will Johannesburg mehr ortskundige Freiwillige aufbieten, um die Zuschauer zu den jeweils richtigen Bussen zu geleiten.

Creative Commons License photo credit: epcp


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1 Kommentar »

  1. haha, das Bild mit den Taxen is geil :D Kann mir gut vorstellen, wie manche Taxifahrer durch Johannesburg irren. Nachdem ich schon länger in Südafrika war, hab ich den Taxifahrern immer erklärt, wo es langgeht. Weiß nich, ob sie mich übers Ohr hauen wollten oder den Weg wirklich nicht kannten..

    Freut mich für Südafrika, dass sie es ins Halbfinale geschafft haben. Auch wenn es äußerst schwer gegen Brasilien werden wird. Vielleicht gelingt Bafana Bafana ja das Wunder…

    Spanien hat einfach super gespielt und den Rekord der Brasilier eingestellt und zum 45x in Folge gewonnen. Eine erstaunliche Leistung.

    Die WM verspricht auf jeden Fall spannend zu werden mit so hochkarätigen Teilnehmern wie die Niederlande und aller Wahrscheinlichkeit Spanien, England und Brasilien.

    Kommentar by CapeK — 22. Juni 2009 @ 09:48

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