Der Horror nimmt Gestalt an
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Der Horror nimmt Gestalt an

16. Juni 2009

Vuvuzelas ahmen den Laut einer Antilope nach

Vuvuzelas ahmen den Laut einer Antilope nach

Oder sagen wir besser: Er nimmt Akustik an.

Es sind gerade mal vier Spiele gespielt beim Confed-Cup 2009 und man ahnt schon, welche Qual es werden wird, später bei der WM 2010 die Teams durch das gesamte Turnier zu begleiten. Der Horror hat einen Namen, und er lautet: Vuvuzela.

Diese kleinen, poussierlichen Tröten wirken unbenutzt ganz unscheinbar. Wie viele bunte Smarties kommen sie in vielen grellen, bunten Farben daher und erinnern daran, wie bunt nun mal die traditionelle Kleidung in Afrika ist und auch, wie bunt das Logo der WM 2010 daherkommt. Kurzum, eine bunte Sache.

Allerdings nur so lange, wie der Horror nicht in Aktion tritt, denn einmal von Menschenmund benutzt, macht der Lärm der Vuvuzelas auch noch das härteste Gehirn weich. Es ist nicht mal so sehr der charakteristische Klang der Tröten, sondern die Art ihrer Benutzung: Ununterbrochen.

Ununterbrochen werden die Tröten geblasen und noch ist es keinem Tontechniker der übertragenden Anstalten gelungen, diesen gräuslichen, hirnmarkraubenden Klangteppich aus der Übertragung herauszufiltern. Sollte der Confed-Cup als Probelauf für derartige Versuche dienen, die dann auch zum Erfolg einer solchen Aktion beitragen, hat der Confed-Cup seinen Zweck schon erfüllt.

Doch damit rechnen darf man ernsthaft nicht: Schließlich waren es die südafrikanischen Veranstalter, die eine ausdrückliche Ausnahme des Verbots von Hupen und Tröten in den Stadien für ihre geliebten Vuvuzelas aushandelten. In Südafrika gehört es — leider Gottes im Wortsinne — zum guten Ton beim Fußball 90 Minuten lang und wenn nötig auch noch die komplette Verlängerung hindurch auf diesen Dingern rumzutröten. Völlig unabhängig vom Spielstand oder sonstigen Ereignissen auf dem Platz — eine Dauerberieselung, die nur von Schwerhörigen oder schwer Betrunkenen zu ertragen scheint.

Ein Grund mehr, sich während der WM 2010 ein schickes Public-Viewing-Plätzchen zu besorgen und die Spiele dort zu sehen und eben nicht zu hören. Meist ist der Lärm der Besucher bei Public-Viewings ausreichend laut, so dass man den Kommentator nicht verstehen kann. Und in Südafrikas Falle dann glücklicherweise auch nicht den geistesschmelzenden Lärm der trötenden Vuvuzelas.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist es nicht erstaunlich, dass die fußballspielenden Kicker auf dem Platz auch nicht immer so recht wissen, wie ihnen geschieht: Für den Irak klärt ein Südafrikaner auf der Linie, Brasilien lässt 3 Gegentore von Ägypten zu und ein Neuseeländer säbelt derart amateurhaft im Spiel gegen Spanien über den Ball, dass man annehmen muss, ihnen allen ist auch der Gehörgang und in letzter Konsequenz das Gehirn etwas vernebelt.

Für den, der auf viele Tore hofft, ist das sicher ein Vorteil. Allerdings nur ohne Ton.

Creative Commons License photo credit: me and the sysop


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1 Kommentar »

  1. Vuvuzela – Fluch oder Segen?…

    Vuvuzelas sind etwa 60cm lange Trompeten aus Plastik, die spätestens zur WM 2010 sicher jedem ein Begriff sein werden. Die kleinen bunten Plagegeister gehen so manchem nicht-südafrikanischen Fußballfan, der momentan die Confed-Cup Spiele im Fernsehe…

    Trackback by WM 2010 & Südafrika News — 17. Juni 2009 @ 18:19

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