Das kann man doch mit der WM nicht vergleichen
25. Mai 2009| Tweet |
“Das ist auch eine ganz andere Veranstaltung, das kann man doch nicht mit der WM vergleichen.”
Als die Wirtschaftswoche einwirft, dass der vergleichsweise geringe Absatz auch damit zu tun haben könne, dass es organisatorisch schwierig sei, überhaupt an Tickets zu kommen, da man dafür entweder eine Kreditkarte oder einen Internetzugang benötigte, etwas, was viele Menschen in Südafrika nicht haben, erläutert Jordaan, dass man “jetzt” zusätzliche Verkaufsstellen eingerichtet habe.
Da es nur noch ein paar Tage hin ist bis zum Beginn dieser Veranstaltung, darf man sich schon fragen, warum diese Änderung nicht eher geschehen ist. Möglicher Grund: Man wollte lieber teure Tickets an zahlungskräftige Ausländer absetzen statt die meist vergünstigten Tickets an die Einheimischen verkaufen und so auf einen nicht geringen Umsatz verzichten zu müssen. Beweisen kann man das natürlich nicht. Und zur Not können die Organisatoren, um die Stadien vollzubekommen, auch später noch Freikarten verteilen und sich dann als besonders “karitativer” Organisator rühmen, der sogar jenen das Zuschauen ermöglicht, die es sich nicht leisten können. Honi soit qui mal y pense.
Natürlich weist Jordaan daraufhin, welch positive Wirkungen die WM für Südafrika über den Zeitraum der eigentlichen WM hinaus haben soll: Ein Zusammenschweißen der Nation, zwischen schwarz und weiß, so wie es in Deutschland seiner Beobachtung nach zwischen Ost und West geschehen sei. Zudem stünde nach einer erfolgreichen Austragung einer Fußballweltmeisterschaft als Fernziel auch Olympia auf dem Kontinente Afrika zur Debatte.
Hauptkriterium dafür ist allerdings sicher nicht die Frage, ob infrastrukturell und in Bezug auf die Sicherheit alles gelingt, sondern wie viel Gewinn eine solche Veranstaltung in einem Land abwirft, in dem die Einheimischen vergleichsweise einkommensschwach sind. Ansonsten ist das IOC ganz schnell wieder dort, wo die großen Fleischtöpfe stehen: in Europa, in Nordamerika und in Zukunft evtl. auch in Asien, nicht aber in Afrika.
photo credit: deep_schismic
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