Joseph Blatter: Alles auf dem besten Wege für die WM 2010
12. Mai 2009| Tweet |
Na dann sind wir beruhigt.
In einem Interview mit der FAZ sah Joseph Blatter vor Kurzem — natürlich — keine Probleme mit der Ausrichtung des Confed-Cups in wenigen Wochen. Die Stadien in Südafrika seien alle tiptop, auch sonst werde es keine Probleme geben. Dass man eins der eigentlich für den Confed-Cup eingeplanten Stadien aus den Planungen herausnehmen musste, weil es eben nicht rechtzeitig fertig wurde, verschweigt er galant, wie es seine Art ist.
Was die Frage angeht, ob denn auch ausreichend Zuschauer zum Confed-Cup strömen würden, verweist er auf den Confed-Cup 2005 in Deutschland, bei dem schließlich “auch nicht alle Spiele ausverkauft” gewesen seien. Nun, das mag allerdings weniger daran gelegen haben, dass die in Frage kommenden Interessenten sich einen Stadionbesuch nicht leisten konnten, wie es ganz sicher für viele in Südafrika der Fall ist. Sondern vielmehr daran, dass eine Partie wie z. B. Griechenland gegen Mexiko im vom Profifußball verwöhnten Deutschland nun mal nicht jeden hinterm Ofen hervorlocken kann. Und so wie es in Deutschland war, wird es auch in Südafrika sein: Wenn man nur wenig Geld zur Verfügung hat, geht man doch lieber zur richtigen WM als zu diesem nur notdürftig und mit viel gutem Willen und noch besserem Marketing zu einem Turnier von Relevanz erhobenen Schaulaufen.
Billige Tickets bereits für den Confed-Cup
Dies ist selbstredend auch den Experten von der FIFA bekannt, und so wird es wie später bei der richtigen WM 2010 auch beim Confed-Cup schon vergünstigte Eintrittskarten geben: umgerechnet 8 US-Dollar wird das billigste Ticket kosten. Das sind immerhin für den durchschnittlichen südafrikanischen Bürger knapp 1% der monatlichen Kaufkraft. Wer nun aber weiß, wie es um die Schere zwischen Arm und Reich in weniger entwickelten Ländern bestellt ist, kann sich ausmalen, dass dieser durchschnittliche Kaufkraftwert von 10.000 US-Dollar pro Jahr pro Kopf nur sehr, um nicht zu sagen: äußerst ungenau wiedergibt, wie die Lage für das Gros der Bevölkerung tatsächlich ist.
Im Notfall wird die FIFA Tickets für den Confed-Cup einfach verschenken, so lautet die Einschätzung an dieser Stelle, denn der Confed-Cup ist nicht allein ein Probelauf für die Funktionsfähigkeit der Stadien und der Energieversorgung, sondern gerade auch für das Transportsystem. Wenn nur die Hälfte der Kapazitäten der Stadien ausgeschöpft wird, sagt das wenig darüber aus, wie das Transportsystem in Südafrika mit der Situation ein Jahr später im Sommer 2010 zurecht kommen wird — bei vollen Stadien, vollen Zügen und vollen Taxen. Ein Muster ohne Wert drohte also, doch so weit wird man es nicht kommen lassen.
Was ist Jacob Zumas Entwarnung wert?
Größtes Problem — unter Berücksichtigung der möglichen Konsequenzen — ist und bleibt die Sicherheit in Südafrika. Keine Bedenken hat Joseph Blatter, weder was den Confed-Cup noch was die WM 2010 angeht: Der neue künftige Staatspräsident Jacob Zuma habe schließlich angekündigt, dass Südafrika alles dafür tun werde, damit die WM in der gesamten Welt ein Erfolg werde. Bliebe die Frage, warum erst eine WM kommen muss, damit man sich von Staats wegen in vernünftigen Ausmaßen um die Sicherheit im eigenen Land kümmert.
Wenn sich aber bewahrheitet, was Blatter in diesem Interview ebenfalls noch ankündigt, dass nämlich Südafrika weit über die eigentliche WM hinaus von den in der Infrastruktur durchgeführten Maßnahmen profitieren werde, dann hat sich die WM für Südafrika tatsächlich nachhaltig gelohnt.
Dass sie sich für die FIFA lohnen wird, daran hat doch wohl hoffentlich niemand gezweifelt?
Das könnte auch interessieren:
» Soweto: Die Townships im Südwesten von Johannesburg
» Olympia 2012: Im Fußball vier Teams aus Afrika dabei
» Kapstadt: Frachter vor Südafrika gestrandet
» Südafrika: Afrika-Cup 2013 hauptsächlich in kleinen Stadien
» Südafrika: Wilderei auf neuem Höchststand
Schlagworte: Confed-Cup 2009, FIFA, Jacob Zuma, Joseph Blatter, Tickets, WM 2010




