Bierhoff auf der Suche: Deutsches WM-Quartier in Südafrika
24. April 2009| Tweet |
Noch ist die Fußball-Nationalmannschaft Deutschlands gar nicht qualifiziert — zugegeben, die Chancen stehen gut — da sucht Team-Manager Oliver Bierhoff schon nach einem geeigneten Quartier in Südafrika, um bei der WM 2010 auch aus dieser Warte ganz vorne dabei zu sein.
Naturgemäß ist die Auswahl an in Frage kommenden Quartieren nicht so groß wie in Mittel- oder Westeuropa. Neben den Anforderungen an die reinen Hotelqualitäten müssen ja zudem Trainingsmöglichkeiten sowie Gegebenheiten für eine vernünftige Pressearbeit vorhanden sein. Und Hotelanlagen mit den Ansprüchen genügenden Trainingsmöglichkeiten sind rar in Südafrika.
Die Dürre bei den Auswahlmöglichkeiten verdeutlichen diese beiden Zahlen: Standen bei der WM 2006 in Deutschland über 80 Hotelanlagen mit Trainingsmöglichkeiten zur Auswahl, schaut sich Bierhoff in Südafrika überhaupt nur etwa ein Dutzend von diesen an.
Aus sportlicher, oder besser: medizinischer Sicht, könnte auch die Höhenlage des schließlichen Quartiers von Bedeutung sein. Man weiß, wie gegnerische Mannschaften z. B. in der Höhenluft von Bolivien jedes Mal konditionell untergehen: Wer sich länger in höheren Gefilden aufhält, dessen Körper produziert mehr Blutkörperchen, um den geringeren Sauerstoffanteil in der Luft auszugleichen und einen schnelleren Energietransport im Körper zu ermöglichen. Je nachdem, wo sich die anderen Teams einquartieren werden, kann das am Ende eines langen WM-Turniers in Südafrika eventuell den Unterschied ausmachen. Aber natürlich wird Oliver Bierhoff dies in seine Entscheidung ebenso mit einfließen lassen wie die in Südafrika ganz besonders wichtigen Sicherheitsaspekte.
Südafrika ist ein Land, das eine der höchsten Kriminalitätsraten weltweit aufweist. Nicht zuletzt durch die Ermordung eines österreichischen Ex-Profifußballers im letzten Sommer sind alle Beteiligten in diesen Fragen alarmiert. Ständiger Kontakt mit der Botschaft und ein eigens für die Nationalmannschaft abgestellter Sicherheitsexperte ändern nichts daran, dass Bierhoff bei der Auswahl des Quartiers diesem Punkte höchste Priorität einräumen muss. Deshalb hat das als vergleichsweise sicher geltende Kapstadt gute Chancen, am Ende das Rennen zu machen. Ausflüge auf eigene Faust in den Alltag des Landes oder ins Nachtleben wie seinerzeit in Berlin oder in der Schweiz sind dennoch für die Spieler um Philipp Lahm, Per Mertesacker und Michael Ballack in Südafrika undenkbar.
Wie es sich für eine deutsche Nationalmannschaft gehört, wird natürlich auch gleich bis zum Finale durchgeplant. Nicht unbedingt, weil man trotz des zweiten Platz in der Weltrangliste von diesem Erfolg ausgehen muss, sondern weil es eben typisch deutsch ist, in planerischen Dingen nichts dem Zufall zu überlassen.
Der Hauptgrund, warum Bierhoff jetzt schon für den DFB unterwegs ist, ist aber ein anderer: Die anderen Teams sind natürlich ebenfalls schon auf der Suche. Und so gilt hier, wie so oft, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Nicht nur aus sportlichen Gründen also ein Vorteil, sich so schnell wie möglich endgültig für die WM in Südafrika zu qualifizieren.
photo credit: ThisParticularGreg
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Schlagworte: Bolivien, Höhenluft, Jogi Löw, Oliver Bierhoff, Sicherheit, WM 2010, WM-Quartier





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