Die Mashu-Sammlung in Durban in Südafrika
19. Februar 2009| Tweet |
In der einstigen „Muckleneuk“, der Villa eines Zuckerbarons, an der Marriot Road 220, in Durban befindet sich die größte Mashu-Sammlung im Museum of Ethnology. Ein eigenes Museum war einst der Traum von William Campell und seiner Schwester Killie, aber es wurde leider nicht gebaut. So kann heute der Besucher eine umfangreiche Sammlung kultureller Artefakte aus früheren Zeiten betrachten. Zu Ehren von Sir Marshall Campbell und dessen Sohn William wurden die Schätze zusammengetragen. Der Grund dafür war der große Respekt der Campbells gegenüber dem Stamm der Zulus.
Die wunderschön gearbeiteten Holzarbeiten sind sprichwörtlich künstlerisches Erbe. Kopfstützen und Milcheimer bestechen den Betrachter mit einer faszinierenden Symmetrie in Proportionen und Linien. Oft waren Kopfstützen die Mitgift der Braut und deshalb mussten diese Stützen besonders ausführlich geschnitzt werden. Aber auch Spazierstöcke sind zu finden. Diese wurden erst für den Stamm der Zulus gefertigt und weisen den afrikanischen Stil der Träger auf.
Erst später wurde es Mode, die Schnitzereien der Nachfrage von Kolonisten im 19. Jahrhundert anzupassen. So findet man Töpfe mit Tier- oder Menschenabbildungen. Viele Gegenstände des täglichen Haushalts wurden aus Holz- oder sogar Keramik angefertigt. Dies war die Arbeit der Frauen. Sie nutzten die runden Kalebassen für Wasser und zum Bierbrauen. Den Kern der ethnographischen Sammlung bilden die fast 240 Aquarelle. Die Gemälde wurden von der Künstlerin Barbara Tyrrell gemalt und detailliert beschrieben.
So erfährt der Tourist alles über die Bräuche und Rituale des südlichen Afrikas. Auch Kleidungsstücke sind ausgestellt; angefangen von der normalen Tageskleidung bis hin zu Stücken, die bei Zeremonien getragen wurden. Auch wird beschrieben, welchen Familienstand der Träger der Kleidung besaß. Durch die fein mit Perlen bestickte traditionelle Kleidung ließ sich durch die zum Teil sehr außergewöhnliche Anordnung der Perlen eine Nachricht übermitteln, denn Frauen hatten in der Gemeinschaft nicht viel zu sagen.
Quellenhinweise: Die Fotos werden mit freundlicher Genehmigung von www.suedafrika-fotos.de verwendet!
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