Die wohl treffendste und vor allem wunderschöne Beschreibung des Simiengebirges hat Rosita Forbes bereits 1925 in ihrem Werk From Red Sea to Blue Nile – A Thousand Miles of Ethiopia niedergeschrieben: „Die bezauberndste aller Landschaften Abessiniens tat sich vor uns auf, als wir über eine Schlucht hinwegblickten, über der sich ein bewölkter, amethystfarbener Himmel bis zu den Simien-Bergen spannte. Tausende von Jahren zuvor, als noch die alten Götter Äthiopien regierten, müssen sie wohl Schach mit diese phantastischen Felsformationen gespielt haben, denn wir entdeckten Bischofsmützen aus Lapislazuli, Schlösser, die auf ihren Türmen das Rubinrot des nahenden Sonnenuntergangs trugen, einen smaragdenen Ritter, dort, wo der Wald sich auf die Felsen schob, und, ganz weit weg, einen König, gekrönt von Saphiren, mit einer Armee von Bauern zu seiner Seite. Wenn die Götter dann die Spielbretter gegen ihre Schilde eintauschen mußten, um gegen neue Götter zu kämpfen, die vor ihren Toren standen, verwandelten sie ihre Schachfiguren in Felsen. Dort stehen sie verzaubert in den Simien-Bergen, bis zu jenem Tag, an dem die Welt wieder heidnisch sein wird und sich Titanen und Erdengötter von ihrer riesigen Wolkenbank herablehnen und einen oder gar zwei Sterne auf ihren Sieg setzen.“

Simiens Immet Gogo

Diese riesigen „Schachfiguren“ sind eigentlich der harte Kern vulkanischer Auswürfe, deren Außenwand im Laufe der Jahrhunderte erodierte. Sie stellen eine der unverwechselbaren Besonderheiten dieses Hochlands dar, zugleich eines der größten Bergmassive von ganz Afrika. Hier findet man mehrere Gipfel mit einer Höhe von über 4000 m, darunter den höchsten Punkt Äthiopiens, des Ras Dashen, mit 4543 m der vierthöchste des Kontinents.

Simiens Gelada Affe am Hang

Beste Reisezeit: Am besten reist man in der Trockenzeit von November bis April. Die typische drei Nächte, vier Tagestour führt einen über die Camps Sankaber und Geech bis nach Chenek. Die Wanderung am zweiten Tag führt vorbei am Tal des Koba Flusses raus auf die Plattform namens Michotis. In der Geech Schlucht kann man einen der höchsten Wasserfälle des Parks beobachten. Die Aussicht wird phantastisch sein. Immer wieder werden durchquert man Herden von Gelada Affen. Der Gelada oder Blutbrustpavian ist eine sehr seltene Primatenart, die ausschließlich im äthiopischen Hochland vorkommt. Das auffälligste Merkmal der Geladas ist ein roter, haarloser Fleck auf der Brust, der die Form einer Sanduhr hat. Die Männchen tragen eine beeindruckende Mähne. Am nächsten Tag geht es zum ultimativen Aussichtspunkt im Simiengebirge, dem Immet Gogo. Sprachlosigkeit auf Grund der unheimlich schönen Aussicht kann garantiert werden. Die gesamte Tour wird je nach Fitness 5 bis 7 Stunden dauern. Weitere Gipfel, die an diesem Tag passiert werden, sind Shayno Sefer (3962 m) und Inatye (4070 m). Diese Gegenden bieten eine gute Möglichkeit den Lämmergeier am Himmel zu sichten. Je näher man nach Chenek kommt, desto mehr sollten man auch Ausschau halten nach einem anderen Tier, dass nur in den Simiens vorkommt: dem Walia Ibex. Der Walia-Steinbock bewohnt das Hochland des Simiengebirges. Er hat eine Schulterhöhe von 1,10 m und steht mit einem Gewicht von bis zu 120 kg dem Alpensteinbock in nichts nach. Mitte der 1960er Jahre war der Bestand der Walia-Steinböcke mit nur noch 150 Tieren kritisch bedroht. Die heutige Population wird allerdings auf 600 – 700 Tiere geschätzt.

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