Die Sinai-Halbinsel

In der Nahtstelle zwischen der Arabischen Halbinsel und Afrika liegt die Sinai-Halbinsel. Geographisch wird sie zu Asien gezählt. Die Landschaft ist eher unwirtlich. Sie besteht vor alle aus schroffen Gebirgen und Wüste. Im Norden befinden sich der Katharinenberg (2.637 Meter) und der Berg Sinai (2.285 Meter). Die Sinai-Halbinsel hat drei Küsten. Das Rote Meer befindet sich im Süden, der Golf von Aqaba im Osten und der Golf von Sues im Westen.

Im Süden fallen bis zu 200 Millimeter Niederschlag im Jahr. Das reicht den traditionell lebenden Nomaden aus, um Vieh zu halten. Die Temperaturen können im Sommer schnell unerträglich werden. Bis zu 50 °C können an einzelnen Tagen vorkommen. Unter 30 °C liegen die Tagestemperaturen jedoch selten. An den Küsten ist das Klima insgesamt angenehmer, insbesondere am Roten Meer. Im Winter sind die Temperaturen immer noch „sommerlich“. Dafür kann es nachts aber empfindlich kalt werden. Als beste Reisezeiten gelten Herbst und Frühjahr. Die Wassertemperaturen sind dann immer noch sehr angenehm.

Städte

Die bekanntesten Städte der Sinai-Halbinsel sind Sharm El-Sheikh und El-Arish. Die traditionelle Lebensweise der Beduinen, das Nomadentum, nimmt immer mehr ab. Nur noch ein relativ geringer Teil der Bevölkerung lebt von der Viehzucht und zieht mit Schafen, Dromedaren oder Ziegen durch das Land. Der Tourismus ist in den letzten Jahrzehnten zu einer immer wichtigen Einnahmequelle geworden. Viele ehemalige Nomaden verdienen ihren Lebensunterhalt heute z.B. als Touristenführer oder Souvenirverkäufer.

Geschichte

Im Alten Ägypten spielte die Sinai-Halbinsel eine wichtige Rolle, weil es dort Türkislagerstätten gab. Im Jahr 106 n. Chr. fügte der römische Kaiser Trajan die Sinai-Halbinsel der Provinz Arabia Petraea hinzu. Schließlich eroberten die Araber Mitte des 7. Jahrhunderts das Gebiet. Viele Jahrhunderte lange herrschte das Osmanische Reich über die Sinai-Halbinsel. Doch nach dessen Zerfall übernahm im Jahr 1906 Ägypten die Vorherrschaft. Im Rahmen der Sueskrise marschierten im Jahr 1956 israelische Streitkräfte ein. Nachdem die Israelis abgezogen waren, wurde eine UN-Friedenstruppe auf der Sinai-Halbinsel stationiert. Im Sechstagekrieg (1967) besetzte Israel das gesamte Gebiet. Erst im Jahr 1979 wurden durch einen Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel die Weichen für die Rückgabe der Insel gestellt, die schließlich im Jahr 1982 vollzogen wurde.

Die schwierige politische Situation hat lange Zeit dafür gesorgt, dass der Ausbau von touristischen Infrastrukturen kaum möglich war. Die Sicherheitslage ist mittlerweile aber so gut, dass Reisen in der Regel unbedenklich sind. Allerdings sollten die aktuellen Warnungen des Auswärtigen Amtes vor jeder Reise überprüft werden. In Sharm El-Sheikh fand im Jahr 2005 ein Terroranschlag statt, der 88 Todesopfer forderte. Im Jahr 2006 wurde in Dahab bei einem Anschlag 25 Menschen getötet.

Für Christen hat die Sinai-Halbinsel eine ganz besondere Bedeutung. Große Teile des Alten Testaments finden auf ihr statt. Auf dem Berg Sinai soll Moses die Zehn Gebote von Gott erhalten haben. Ein anderer Ort, der eine wichtige Bedeutung hat, ist das Katharinenkloster. Es ist dort gebaut worden, wo Gott aus einem brennenden Dornbusch zu Moses gesprochen haben soll.

Bade- und Tauchurlaub

Die meisten Touristen zieht es jedoch nach Sharm El-Sheik. Taucher und Badeurlauber schätzen die beinahe unbegrenzten Möglichkeiten an der Küste des Roten Meeres. Wer lieber in einem kleineren Ort eine Unterkunft bezieht, kann nach Dahab ausweichen. Die kleine Stadt ist völlig auf Touristen ausgerichtet. Auch in El-Arish am Mittelmeer kann getaucht und gebadet werden. Die größte Stadt der Sinai-Halbinsel bietet eine sehr gute Infrastruktur. Aber auch at-Tur, Taba, Mahash und Nuweiba sind lohnenswerte Ziele. Eine Wüstensafari mit einem einheimischen Führer kann überall organisiert werden. Eine besondere Attraktion ist der Ras-Mohammed-Nationalpark, der nicht weit von Sharm El-Sheikh entfernt ist. Er wurde eingerichtet, um die wertvollen Korallenriffe an der Küste des Roten Meeres zu schützen. Mit einem kundigen Führer sind spektakuläre Tauchgänge möglich.