El-Fayoum

El-Fayoum ist eine Oase, die etwa 100 Kilometer von Kairo entfernt ist. Sie hat eine Fläche von etwa 70 Quadratkilometern und zählt damit zu den größten Oasen Ägyptens. Der Karunsee sorgt dafür, dass Menschen und Tiere mitten in der Wüste überleben können. Er wird über den Kanal Bahr Yusuf mit Wasser gespeist und hat keinen Abfluss. Mittlerweile ist das 50 Kilometer lange und 12 Kilometer breite Gewässer Teil eines Naturschutzgebietes. Viele Vogelarten nisten in Küstennähe.

In pharaonischer Zeit wurden große Jagden von der herrschenden Klasse in der Umgebung abgehalten. Heute werden diverse Planzen in El-Fayoum angebaut. Die Bedingungen sind besonders gut für Orangen, Bananen, Wein, Zuckerrohr, Getreide und Baumwolle. Eine andere wichtige Einnahmequelle sind Touristen. Der Verkauf von Waren und das Erbringen von Dienstleistungen sichern vielen Einheimischen den Lebensunterhalt. Ohne Feilschen sollte allerdings kein Geschäft abgeschlossen werden.

Sehenswürdigkeiten

Die ältesten Sehenswürdigkeiten stammen aus der Pharaonenzeit. Die Pyramide von Hawara ist 305 Meter lang und 244 Meter breit. Sie wurde von König Amenemhet III. errichtet. Direkt daneben steht der Medina Wadi, ein kleiner Tempel. Ebenfalls interessant sind die Überreste der Tempelanlage Kasr El Sagha.

Auch die Griechen haben Spuren in El-Fayoum hinterlassen. In Kranis bauten sie zwei Tempel, die als religiöse Zentren einst eine wichtige Bedeutung hatten. Dies gilt auch für die Tempelanlagen Om El Atl. Qasr Qaroon ist ebenfalls eine Tempelanlage, allerdings wurde sie von den Ptolemäern errichtet. In den Ruinen des Ortes Demiet El Saabe befinden sich auch die Überreste eines griechischen Tempels.

Das koptische Kloster Deir el-Malak Ghobrial wurde im 7. Jahrhundert gegründet und ist dem Erzengel Gabriel gewidmet. Es finden auch heute noch regelmäßig Gottesdienste statt, an denen auch Touristen teilnehmen können.

Islamische Sehenswürdigkeiten gibt es natürlich auch. Die Brücke von Lahoon (Qantarat al Lahoon) wurde für den König El Zaher Bebar gebaut. Sie befindet sich am Kanal Bahr Yusuf. Die Moschee von Sheik Ali Al Rubi ist ebenfalls einen Besuch wert. Sie wurde von den Osmanen gebaut und hat eine sehr interessante Architektur. Eine andere schöne Moschee steht in Qaitbey. Sie wurde in der Mamelucken-Zeit errichtet.

Anreise

Die Anreise muss in der Regel individuell organisiert werden. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick übernimmt ein Taxifahrer die Tour für einen geringen Betrag. Auch die Fahrt mit einem eigenen Fahrzeug ist problemlos möglich. Genügend Wasser sollte stets im Gepäck sein. Unterwegs gibt es Militärposten, die u.a. für die Sicherheit der Touristen sorgen sollen.